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35 Jahre GRAFFITI in einem LebenSchon das 2. Mal dürfen wir uns auf KINGPINs Arbeiten freuen.
Die Vernissage ist am Dienstag 11.11.2014 um 20 Uhr.Das ist, was der ksta schrieb:

Mit Fledermäusen und dem Sensemann an der Fassade von Schloss Augustusburg erregte Christian Wolf einst Aufsehen.

Brühl – In den 80er Jahren wurde auf ihn ein „Kopfgeld“ ausgesetzt, die Sonderkommission „Graffiti“ durchsuchte seine Wohnung, er wurde mehr als sechsmal festgenommen. Kingpin, alias Christian Wolf, ist der Mitbegründer der Graffitikunst in Deutschland. Er sprühte in London, St. Petersburg, Luxemburg und Hamburg. Seine Bilder bestimmten aber vor allem jahrelang das Straßenbild von Brühl, wo Kingpin in seiner Jugend lebte. Fledermäuse und Schattenumrisse in einer U-Bahn oder der Sensemann am Brühler Schloss waren vielen ein Begriff.

Heute lebt der 39-jährige Künstler in Köln und eröffnete am Freitagabend seine Ausstellung in der Alten Schlosserei des Brühler Kunstvereins. Dort hängen viele Exponate verschiedener Schaffensphasen von 1984 bis 2004, die er auf Leinwand gesprüht hat.

Düster ragt eine Franze mit qualmender Zigarre über den rauchenden Schornsteinen empor – „Industriesau“ heißt das Bild von Kingpin aus dem Jahr 1984. Ein anders Werk zeigt einen saufenden Ex-Junkie, das Bild heißt „Soif“, was Durst bedeutet. Seine Arbeiten sind sozial- und gesellschaftskritisch. „Oft haben sie mit dem zu tun, was ich gesehen und erlebt habe“, sagte der Maler.

Und auch heute „beleidigt eine weiße Wand“ ihn in seinem „ästhetischen Empfinden“. Manchmal noch malt Kingpin dann seine Kunstwerke mit Kreide an die Wände. Wolf: „Das ist zwar auch verboten, aber immerhin keine Sachbeschädigung mehr.“ Der Name Kingpin entstammt einer Comicfigur, außerdem wird „King“ in der Sprüherszene derjenige genannt, der die besten und meisten Graffiti gemacht hat, „Pin“ bedeutet einfach nur, sie auf die Wand zu bringen.

Am Freitagabend kamen nicht nur Besucher aus der Brühler Kunstszene in die Ausstellung auch mehr als 20 Skater und Graffiti-Maler besuchten die Ausstellung. „Ich kannte Kingpins Namen schon, da war ich zwölf und auch heute habe ich noch Respekt vor seiner Kunst“, sagte Sebastian Karbowiak, alias „daikerone“. Viele ältere wie auch junge Besucher ließen sich Autogramme von Christian Wolf geben.

„Ich wollte damals die Leute in ihrer Wahrnehmung erreichen, sie beeindrucken.“ Es gebe nur noch wenige gute „Tags“ (Unterschriften) und „Charakters“ (Darstellungen), die man auf der Straße sehe, so Wolf.

http://www.kingpingraffiti.de/